Murray Bookchin und die soziale Ökologie
Eine intellektuelle Biografie
Er gehörte zu den ersten Linken, die Klimawandel und Umweltkrisen in den Mittelpunkt stellten: Murray Bookchin (1921-2006) war ein Pionier der radikalen Ökologie. Der frühere kommunistische Autoarbeiter und Gewerkschafter aus der New Yorker Bronx widmte sich ab den 1950er-Jahren Fragen von Natur, Demokratie und Technologie.Später war er als anarchistischer Aktivist eine wichtige Stimme der Neuen Linken, aktiv gegen die zivile und militärische Nutzung der Atomkraft, in den 1980ern dann ein Vertreter des antiautoritären Flügels der grünen Parteibewegung, für die er als Bürgermeisterkandidat in Burlington, Vermont, gegen Bernie Sanders kandidierte. Seit der Rojava-Revolution in den 2010ern wird er - als Stichwortgeber der kurdischen Freiheitsbewegung nach ihrer paradigmatischen, demokratischen Wende - wieder verstärkt rezipiert.Bookchins soziale Ökologie nimmt eine Kritik sowohl an Anarchismus als auch Marxismus in sich auf und entwirft eine Philosophie für eine Bewegung, die eine wahrhaft ökologische Gesellschaft erkämpft: in Symbiose mit der Natur, demokratisch, kooperativ und komplex.Anhand einer 'intellektuellen Biografie' zeichnet Vincent Gerber nach, wie sich Bookchins Denken im Lauf eines knappen Jahrhunderts entwickelt hat, und gibt einen systematischen Überblick über die Ideen der sozialen Ökologie: von Post-Knappheit, befreienden Technologien, dialektischem Naturalismus und authentischen Städten 'im menschlichen Maßstab' bis zu direkter Demokratie und der Vision einer Konföderation von autonomen Kommunen.
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