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Produktinformationen "Objektverlust"

Mit der Dominanz der Sozialen Medien und Streamingdienste verändert sich auch der zeitgenössische Kinofilm allmählich zum Produkt einer neuartigen sozialen Kybernetik, die einem radikal veränderten Verhältnis zwischen Individuum und Gesell­schaft entspricht. In Filmen etwa von Wes Anderson, Greta Gerwig, Mia ­Hansen-Løve, Giorgos Lanthimos, Ruben Östlund, Quentin Tarantino, Joachim Trier oder Athina Rachel Tsangari setzt sich gegenwärtig eine neue Wahrnehmungsökonomie durch, die sich am Internet als prägender sozialisierender Erfahrung ausgebildet hat. Ihr Blick richtet sich nicht mehr mit ­Neugier oder Erkenntnisinteresse auf eine äußere Wirklichkeit, ­sondern auf einen Fundus überlieferter Bilder, die ihrer historischen und gesellschaftlichen Bedeutung entleert wurden. Kino, das der Gesellschaft eine Zeitlang die Möglichkeit ­geboten hatte, durch den Schock technisch vermittelter Erfahrung sich und das Andere zu betrachten, verwandelt sich in diesen Filmen zum bloßen Spiegel des Selbst, zur Erlebnis­materie einer narzisstischen Gesellschaft. Film wurde die ­Propaganda einer Welt ohne Außen.

Untertitel
Film in der narzisstischen Gesellschaft

H | B | T | Gramm
179 mm | 118 mm | 10 mm | 0.115 kg

Erscheinungsjahr
2026

FSK
0

Ausgabe
Taschenbuch

Verlag
XS-Verlag

ISBN-10
3944503279

Autor
Lars Henrik Gass

Sprache
Deutsch

Seitenanzahl
112

Themen
Essays, Film, Kino

Keywords
TB/Sachbücher/Musik, Film, Theater/Sonstiges, Film / Theorie, Analyse, TB/Theater/Ballett/Film/Fernsehen, Film, Kino

Verantwortliche Person gemäß Art. 16 GPSR
XS-Verlag, Silbersteinstraße 63, 12051, Berlin, DE, kontakt@xs-verlag.de

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Lars Henrik Gass

Autor/in

Lars Henrik Gass

Lars Henrik Gass war von 1997 bis 2024 Leiter der Inter­nationalen Kurzfilmtage Oberhausen. Seit 2025 ist er Gründungs­direktor des Hauses für Film und Medien in Stuttgart. Er publizierte zahlreiche Essays, Kritiken und Vorträge zu Film, Fotografie und kulturpolitischen Themen. Buchpublikationen u.a. 'Film und Kunst nach dem Kino' (2012/2017), 'Filmgeschichte als Kinogeschichte. Eine kleine Theorie des Kinos' (2019). Zuletzt erschien der Band 'Hellmuth Costard: Das Wirkliche war zum Modell geworden' (2021).

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Film und Kunst nach dem Kino
Lars Henrik GassFilm und Kunst nach dem KinoAktualisierte und erweiterte NeuausgabeDer Film kommt dem Kino abhanden, das als Massenmedium allmählich verschwindet. Kino hat eine eigenständige gesellschaftliche Wahrnehmungsform hervorgebracht, die den Film von den Künsten unterschied. Das ist der Befund von Lars Henrik Gass' so thesenfreudiger wie kenntnisreicher Streitschrift, die nun endlich in einer aktualisierten und deutlich erweiterten Neuausgabe erscheint. Gass hat ein parteiisches, auch polemisches Buch über den Niedergang des Kinos geschrieben. Er beschreibt die Bedingungen, unter denen Film heute als Kunstform entsteht und sichtbar wird. Zur Sprache kommen dabei viele Filme und Installationen (von Cyprien Gaillard, Douglas Gordon, Christian Marclay, Jesse McLean, Jon Rafman, Julian Rosefeldt, Steven Spielberg, Andy Warhol u.a.), historische Erscheinungsformen des Films (Expanded Cinema, Experimentalfilm, Found Footage, Installationen, Musikvideo usw.), vor allem aber die Frage nach der institutionellen, medialen oder systemischen Logik von Filmförderung, Internet oder Kunstbetrieb. Gass analysiert die gesellschaftlichen und ökonomischen Bedingungen einer postkinematografischen Gegenwart anhand von Fernsehen, DVD, Internet, Filmfestivals, Ausstellungen oder Museen. Mehr als alles andere aber ist Film und Kunst nach dem Kino ein Manifest für eine Wahrnehmungsform: Vielleicht lässt sich das Kino erst im Moment seines Verschwindens wirklich verstehen. Und vielleicht haben wir die Lehre und die Kritik des Kinos nie dringender gebraucht als heute.

Buch | Deutsch

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