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Produktinformationen "Für und wider die Bürger:innen"

Die Frage, wer in einer Stadt das Sagen hat, beschäftigt bekanntlich Politik, Verwaltung und die städtische Wählerschaft immer aufs Neue. Das ist freilich kein Thema, welches erst mit der Durchsetzung demokratischer Verhältnisse größere Bedeutung erlangt hätte. Schon mit der Blüte der Städtegründungen im Hochmittelalter kam es zur allmählichen Herausbildung von Bürgergemeinden, die nicht zuletzt auf Basis des wirtschaftlichen Aufschwungs ein eigenes Selbstbewusstsein entwickelten und Selbstbestimmungsrechte gegenüber dem Stadtherrn einforderten. Das Ringen um Macht und Einfluss mündete manchmal sogar in Aufständen, die sich auch gegen innerstädtische Oligarchien mit ihrem Anspruch auf alleinige Vertretung städtischer Rechte richten konnten. Ab dem späten 15. Jahrhundert begannen landesfürstliche Stadtherren gestützt auf den sich herausbildenden "fiscal-military state" immer mehr die Oberhand gegenüber dem städtischen Bürgertum zu gewinnen und städtische Autonomie zu begrenzen. Während unterbürgerlichen Schichten bis in die Frühe Neuzeit bei diesen Auseinandersetzungen lediglich die Rolle einer von verschiedenen Fraktionen instrumentalisierten "Armee zum Schlagen" zukam, änderte sich dies mit der Entstehung eines städtischen Industrieproletariats. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts sorgte die Kommunalisierung für eine schrittweise Rückgewinnung städtischer Autonomie, allerdings in Abhängigkeit von der Ausweitung der Bürokratie des modernen Flächenstaates. Der Wandel zur partizipativen Demokratie ermöglichte schließlich auch großen Teilen der städtischen Unterschichten ein höheres Maß an Mitbestimmung bei Kommunalwahlen wie auch in weiterer Folge als Teilnehmer von Bürgerinitiativen oder Volksbefragungen.Mit Beiträgen von Peter Csaendes, Roman Czaja, Wolfram Dornik, Helmut Gebhardt, Florian H. Geidner, Holger Th. Gräf, Alfred Joham, Peter F. Kramml, Alexander ¿upienko, Andrea Pühringer, Michael Georg Schiestl, Jacqueline Schindler, Walter Schuster, Andreas Weigl und Norbert Weiss.

H | B | T | Gramm
232 mm | 170 mm | 30 mm | 778 gr

Erscheinungsjahr
2025

FSK
0

Ausgabe
Hardcover

Verlag
StudienVerl

ISBN-10
3706564440

Weitere Mitwirkende
Weigl, Andreas

Sprache
Deutsch

Seitenanzahl
352

Themen
Europa, Städte, Stadtgemeinden / Stadtleben, Kulturwissenschaften, Sozial- und Kulturgeschichte, Europäische Geschichte

Verantwortliche Person gemäß Art. 16 GPSR
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