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Produktinformationen "Es gibt nur die Kunst, die Liebe und den Tod. Dazwischen gibt es nichts"

"Literatur hat etwas mit Leben zu tun. Literatur allein ist nichts." - Die wilden Künstlertagebücher von Horst BienekAls Kritiker, Romancier, Lyriker war Horst Bienek eine bestimmende Figur im Kulturbetrieb. Vierzig Jahre führte er Tagebuch. Es ist das wilde, pikareske Epos eines Getriebenen und liest sich wie der Roman seines Lebens: Mitreißend und lebendig schreibt er über Literatur, Kunst und Musik und über seine Sex-Ausflüge in die Klappen und Schwulenlokale, zwischen Lebenslust und Enttäuschung. Er trifft die Größen seiner Zeit, von Borges bis Yourcenar und begegnet den Protagonisten der Nachkriegsliteratur, von Reich-Ranicki bis Joachim Kaiser, von Bachmann bis Frisch. Ein Künstlertagebuch von radikaler Offenheit, ein großes Gesellschaftspanorama und seine ganz persönliche Lebensgeschichte.

Untertitel
Die Tagebücher 1951-1990

H | B | T | Gramm
209 mm | 137 mm | 48 mm | 958 gr

Erscheinungsjahr
2024

FSK
0

Ausgabe
Hardcover

Verlag
Carl Hanser

ISBN-10
3446277447

ISBN-13
9783446277441

Autor
Horst Bienek

Weitere Mitwirkende
Bruch, Gisela vom | Krüger, Michael | Pietrek, Daniel

Sprache
Deutsch

Seitenanzahl
1712

Themen
Biografien: allgemein, Medizin: HIV/AIDS, retrovirale Krankheiten, Veröffentlichte Tagebücher, Briefe, Notizbücher, Memoiren, Berichte, Erinnerungen, München

Verantwortliche Person gemäß Art. 16 GPSR
Carl Hanser Verlag GmbH & Co.KG, Vilshofener Straße 10, München, DE, info@hanser.de

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Workuta
1951 wurde der junge Schriftsteller Horst Bienek in Ostberlin verhaftet und wegen angeblicher Tätigkeit für den amerikanischen Geheimdienst zu 20 Jahren Arbeitslager verurteilt. Etwa drei Jahre verbrachte er in Workuta, nördlich des Polarkreises, bis er 1955 nach Westdeutschland entlassen wurde. Schon sehr früh verarbeitete er diese existenzielle Erfahrung in seinen Werken, etwa in 'Traumbuch eines Gefangenen' (1957) oder im Roman 'Die Zelle' (1968).Bereits von der AIDS-Krankheit gezeichnet, hat Bienek kurz vor seinem Tod seine Erinnerungen an Workuta in szenischen Rückblicken aufgezeichnet. Darin beschreibt er die lange Untersuchungshaft mit unzähligen Verhören und seine Verurteilung. Ebenso schildert er die lange Reise in den Ural und vor allem die unmenschlichen Verhältnisse im Arbeitslager. Bienek starb 1990, ohne seine Aufzeichnungen abgeschlossen zu haben.'(...) Es war still im Saal. Keiner wagte weiter zu sprechen. Nun stand der Mann doch auf. Er sagte: Sie haben viele Bücher geschrieben, haben wir gehört. Warum haben Sie nicht über Workuta geschrieben?Ich schwieg. Ich wußte nicht zu antworten. Diese Frage hatte mir auch noch keiner gestellt. Ich habe in vielen Städten, auch im Ausland, aus der Zelle gelesen, und die Zuhörer sagten manchmal, wie schrecklich, wo haben Sie diese Zelle erlebt, und wie haben Sie das überstanden. Aber nach Workuta hat bisher keiner gefragt.Ich bin nach Haus gefahren. Ich habe mich an den Schreibtisch gesetzt. Es waren 35 Jahre seitdem vergangen. Und seit 35 Jahren war mir das nicht mehr so nahe gewesen.Ja, jetzt war es vor mir, als sei es erst gestern geschehen.Ich wußte, jetzt muß ich darüber schreiben.'

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