Wie man Imperium buchstabiert
Das 'Tatarenlager' Weinberge 1914-1918
Nicht weit von Berlin spielte sich während des Ersten Weltkriegs eine Kolonialgeschichte zwischen Propaganda und Bildung, Kriegsgefangenschaft und Unabhängigkeitsbewegung ab.Am 19. November 1914 riefen Deutschland und die Türkei gemeinsam zum ¿Jihad¿ gegen Russen, Briten und Franzosen auf. In Deutschland entstanden islamistische Propagandalager, in denen muslimische Kriegsgefangene für die deutsch-türkische Allianz im Ersten Weltkrieg gewonnen werden sollten.Die 18.000 russisch-muslimischen Kriegsgefangenen im Weinberglager in der Nähe von Berlin bekamen diese Politik am eigenen Leib zu spüren. Ihre Bewacher versuchten sie mit einer ideologisch aufgeladenen ¿islamischen¿ Propaganda zu ködern. Die Gefangene entwickelten indes Strukturen, um unter dem Radar der offiziellen Einflussnahme westliche Bildung zu erwerben. So buchstabierten sie ihre Rolle in der imperialen Ordnung und bereiteten sich auf ihren Kampf um Unabhängigkeit vor.Gerdien Jonker und Markus Schlaffke haben sich auf Spurensuche begeben: In den Archiven, aber auch vor Ort, wo jahrzehntelang nichts mehr an das Lager erinnerte und heute allein ein Gräberfeld dessen Existenz dokumentiert. Die Grundspannung dieser besonderen Geschichte wird im Buch eingehend ausgeleuchtet. Jonker und Schlaffke zeigen, wie rassenhygienische Auslese, antikolonialer Befreiungskampf und die Krisenerfahrungen der Moderne im Lager aufeinanderprallten und wie die Kategorien der Identifikation sich verhedderten.
Afficher plusDisponible, délai de livraison : 1-3 jours
Plus que quelques exemplaires disponibles !
Plus d'infos sur l'état
24,00 €*
Prix TTC plus Frais de livraison
Garantie de satisfaction 14 jours
Commande sans risque
Produits d'occasion contrôlés
Contrôlé individuellement
Informations sur le produit "Wie man Imperium buchstabiert"
Connexion
Livraison gratuite à partir de 29 €
Retour gratuit pendant 14 jours - Aucun risque
Livres d'occasion vérifiés