Transkulturationen des Pikaresken in den romanischsprachigen Literaturen Afrikas und Lateinamerikas
Pikareskes Erzählen hat offensichtlich Konjunktur in der literarischen (Post)Moderne Lateinamerikas und Afrikas. Die sozialen und ökonomischen Dynamiken von Urbanisierung, Modernisierung und Globalisierung fordern geradezu die Konstruktion einer subalternen Sicht auf gesellschaftliche Ränder und Krisenphänomene heraus. Der vorliegende Band geht von der Grundthese aus, dass sich in den Modellen pikaresker Weltwahrnehmung und -erzeugung, die in der frühen Neuzeit in Spanien entwickelt wurden, Muster zeigen, die auch in zeitgenössischen Krisenszenarien wirksam sind und Formen literarischer Selbstermächtigung ermöglichen. Der Band versammelt neben übergreifenden Beiträgen Fallstudien zum pikaresken Erzählen im hispano- und lusophonen Lateinamerika sowie in verschiedenen Regionen des frankophonen Afrika und zeigt, dass pikareskes Erzählen eine komplexe Positionierung zwischen regionalen und globalen Dimensionen des literarischen Felds erlaubt.
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