Textrecycling
Nachdrucke und Debattentransfer in England (1640-1660)
Welche politische Funktion hatten Nachdrucke im England des 17. Jahrhunderts? Die Studie geht der Frage nach, wie ältere Texte im Kontext des Bürgerkriegs und der Republik (1640-1660) gezielt erneut in Umlauf gebracht wurden. Im Zentrum steht das Phänomen des Textrecyclings: Die Wiederverwendung früherer Schriften diente nicht nur ökonomischen Zwecken, sondern war ein strategisches Mittel, um vergangene Autoritäten, Ideen und Debatten in die politischen, religiösen und gesellschaftlichen Auseinandersetzungen der Gegenwart einzuschleusen.<BR>Analysiert werden Form, Inhalt und Kontext dieser Nachdrucke ebenso wie die Rolle der Akteure, die sie verantworteten - von Druckern über Herausgeber bis hin zu anonymen Initiatoren. Die Arbeit verbindet ideen- und mediengeschichtliche Perspektiven mit Ansätzen der politischen Kulturgeschichte und bietet eine dichte Rekonstruktion der Kommunikations- und Deutungskämpfe im England des 17. Jahrhunderts.<BR>Die Studie erschließt ein bislang unbeachtetes Feld frühneuzeitlicher Öffentlichkeit und richtet sich an Historiker*innen, Theolog*innen sowie Literatur- und Medienwissenschaftler*innen - und an alle, die sich für politische Kommunikation, Repräsentation und Autorität in der Vormoderne interessieren.
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