Robbenreich
Russland und die Grenzen der Macht am Nordpazifik
Als Zar Alexander II. 1867 Russisch-Amerika, das heutige Alaska, an die Vereinigten Staaten verkaufte, bedeutete das fur den nordpazifischen Raum eine Zäsur. Während Russland bemuht war, an der imperialen Peripherie ein Mindestmaß an Autorität aufrechtzuerhalten, versuchten staatliche und private Akteure aus den USA, Kanada und Japan, sich Zugang zu den raren Ressourcen der Region zu verschaffen. Insbesondere Robbenfelle waren auf dem Weltmarkt so gefragt, dass sie zum Gegenstand jahrzehntelanger politischer Auseinandersetzungen wurden. In seinem neuen Buch entwickelt der Historiker Robert Kindler diese Geschichte transnationaler Verflechtungen und Konflikte. Im Zentrum der mehr als zwei Jahrhunderte umspannenden Darstellung stehen die russischen Kommandeurinseln. Hier, vor der Kuste Kamtschatkas, entschied sich der global gefuhrte Kampf um die Robben, dessen Auswirkungen bis heute nicht uberwunden sind. Robbenreich veranschaulicht den Zusammenhang von fragiler Staatlichkeit, der Unterdruckung der indigenen Bevölkerung und rucksichtsloser Ressourcenausbeutung.
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Als Zar Alexander II. 1867 Russisch-Amerika, das heutige Alaska, an die Vereinigten Staaten verkaufte, bedeutete das fur den nordpazifischen Raum eine Zäsur. Während Russland bemuht war, an der imperialen Peripherie ein Mindestmaß an Autorität aufrechtzuerhalten, versuchten staatliche und private Akteure aus den USA, Kanada und Japan, sich Zugang zu den raren Ressourcen der Region zu verschaffen. Insbesondere Robbenfelle waren auf dem Weltmarkt so gefragt, dass sie zum Gegenstand jahrzehntelanger politischer Auseinandersetzungen wurden. In seinem neuen Buch entwickelt der Historiker Robert Kindler diese Geschichte transnationaler Verflechtungen und Konflikte. Im Zentrum der mehr als zwei Jahrhunderte umspannenden Darstellung stehen die russischen Kommandeurinseln. Hier, vor der Kuste Kamtschatkas, entschied sich der global gefuhrte Kampf um die Robben, dessen Auswirkungen bis heute nicht uberwunden sind. Robbenreich veranschaulicht den Zusammenhang von fragiler Staatlichkeit, der Unterdruckung der indigenen Bevölkerung und rucksichtsloser Ressourcenausbeutung.
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