Herbert Zangs
Die Realität ist das Fantastische
Herbert Zangs (1924-2003) näherte sich bereits ab den frühen 1950er-Jahren in zahlreichen Facetten dem Informel, der Monochromie und Objektkunst. Er entwickelte eine Vielzahl von Bildformen: von der Collage über die Materialassemblage bis zum Bildobjekt. Zangs experimentierte und hantierte mit Materialien aller Art, die er aus ihrem ursprünglichen funktionalen Kontext riss, um sie durch Übermalung in Kunstwerke zu verwandeln. Mit seinen sogenannten Verweißungen von Fundstücken und Dingen des Alltags sprengte Zangs die Grenzen der abstrakten und informellen Kunst. Wie andere Künstler seiner Generation hat auch Zangs mit dem ihm eigenen kraftvollen Schaffensprozess den immer wieder apostrophierten "Nullpunkt" der Malerei ausgelotet. Trotz der Parallelen zu den ZERO-Künstlern fühlte sich Zangs selbst mehr den in Paris wirkenden Neuen Realisten verbunden. Heute gilt er als Pionier der Monochromie und der seriellen Arbeitsweise. In den 1970er-Jahren erlangte Zangs mit seinen Aktionen und seiner Teilnahme an der documenta 6 erneute Aufmerksamkeit. Seine in Kassel präsentierten Antibücher bearbeitete er mittels Nägeln und Holzstiften, Schnüren oder Farbe dermaßen, dass ihre frühere Funktion brachial ausgelöscht wurde. In den folgenden Jahren lotete Zangs in zahlreichen Werkfolgen und durch die Kombination unterschiedlicher Werkreihen die künstlerischen Möglichkeiten serieller Gestaltung aus. Die Publikation liefert einen umfassenden Überblick über das Werk des Künstlers und zeigt Arbeiten aus allen Medien und Schaffensphasen.
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