Duell unter Abwesenden
Die Druckschriftenfehde um Herzog Heinrich d. J. von Braunschweig vor der Reichsöffentlichkeit (1538-1542)
Wie eng politische Macht und ihre kommunikativen Rahmenbedingungen miteinander verbunden waren, zeigt der Konflikt Herzog Heinrichs dem Jüngeren von Braunschweig-Wolfenbüttel mit Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen und Landgraf Philipp von Hessen. Zwischen 1538 und 1542 begleiteten über 100 zutiefst beleidigende Flugschriften diesen Streit, die auch von den Kontrahenten selbst herausgegeben wurden. Stefan Beckert nutzt dieses Medienereignis als Schlüssel für das Verständnis der politischen Ereignisse der 1530er und 1540er Jahre und für einen kommunikations- und kulturgeschichtlichen Einblick in die 'Reichsöffentlichkeit'. Denn in Folge des medialen Wandels der Reformationszeit veränderten sich auch die Regeln politischer Auseinandersetzungen: Mit Druckschriften wurde nicht nur die Ehre der Gegner öffentlich infrage gestellt, sondern auch Angriffe auf Konsensfassaden, mehrdeutige Politikstile und soziale Bindungen geführt.
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