Die Turkestanische Legion
Mittelasiaten in der Wehrmacht
Wieso trugen Angehörige einer 'minderwertigen asiatischen Rasse' Wehrmachts- und SS-Uniformen? Die Geschichte der Kollaboration mit dem NS-Regime ist vielschichtiger und disparater, als es eine verkürzte Betrachtung ohne Berücksichtigung der 'Minderheitenpolitik' in der Sowjetunion zu erklären vermag. Der Historiker Iftikhor Shomurodov hat deutsche wie (post-)sowjetische Archivunterlagen und Publikationen gesichtet und Zeitzeugen sowohl in Deutschland als auch in Usbekistan befragt. Insbesondere untersuchte er die Motivation der Mittelasiaten, die als Kriegsgefangene oder als Emigranten der Vorkriegszeit zu Kollaborateuren wurden und nach Kriegsende entweder in den westlichen Machtbereich entkamen oder in ihre einstige Heimat repatriiert wurden, wo sie Lager, Zwangsarbeit und Stigmatisierung erwartete. Mit dem Zusammenbruch der UdSSR wurden die einstigen Kämpfer auf deutscher Seite nicht selten zu Aktivisten der Unabhängigkeitsbewegung stilisiert. Diese historische Untersuchung ist eine Darstellung jenseits der Mythen des Kalten Krieges und versucht die Gleichzeitigkeit von Täter- und Opferrolle dieser mittelasiatischen Kriegsteilnehmer angemessen zu berücksichtigen.
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