Der Aufstand der Sachsen 1073-1075
Der Aufstand der Sachsen (1073-1075) gegen Heinrich IV. legte Konfliktlinien offen, die die Politik im Reich auch während des unmittelbar darauffolgenden Investiturstreits maßgeblich bestimmen sollten.König Heinrich IV. (1050-1106) sah sich während seiner Herrschaft mit vielen Problemen konfrontiert - zu den größten gehörte zweifellos der Aufstand in Sachsen von 1073 bis 1075. Der junge König versuchte seine Herrschaft wenig konsensual und vor allem durch den Bau neuer Burgen zu festigen, was die sächsischen Adligen als Affront werteten. Im Verlauf der Auseinandersetzungen wurde nicht nur die Harzburg als eine der bedeutendsten Festungen zerstört, sondern der König verlor zudem vorübergehend seinen Zugriff auf die wertvollen Silbervorkommen im Harz. Die Kontroverse wurde sodann durch die rasch einsetzende Propaganda beider Seiten bestimmt, wobei der König alles daran setzte, Unterstützung gegen die aus seiner Sicht abtrünnigen Sachsen zu mobilisieren, während die norddeutschen Adligen auf ihre gute Abkunft verwiesen. Die dabei zutage tretenden Konfliktlinien enthüllten königliche Herrschaftsstrategien einerseits sowie regionale Machtansprüche andererseits, wie sie im unmittelbar darauf ausbrechenden Investiturstreit in äußerst drastischer Form reichsweit zutage traten. Der Sammelband nimmt nicht nur die politischen, sondern auch die sozialen, wirtschaftlichen und historiographischen Dimensionen des Aufstands der Sachsen in den Blick und versucht eine Neubewertung sowie einen Anstoß für weitergehende Forschungen zu vermitteln.
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