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Informations sur le produit "Amönenhof"

Friedrich XV., Herzog von Weißenfels, hatte seine Regierungsgeschäfte für heute erledigt, das heißt, er hatte seine schwungvolle Namensunterschrift unter ein halbes Dutzend Dokumente gesetzt und lehnte sich nun mit einem Gähnen in den bequemen Sessel vor seinem Schreibtisch zurück, das vielleicht unfürstlich, aber menschlich durchaus berechtigt war. Er durfte sich das gestatten, weil er sich allein in seinem Arbeitszimmer befand; er richtete dabei die Frage an das Schicksal, was er nun machen solle. Die durch seine Person vereinigten Herzogtümer von Weißenfels älterer und jüngerer Linie bezeichneten auf der Landkarte Deutschlands einen Flecken, den man bequem mit einem Fünfpfennigstück zudecken konnte; mithin war das 'Regieren' derselben eine Arbeit, die sich im Maximalfalle über die Dauer einer Stunde pro Tag beim besten Willen nicht ausdehnen konnte. Die Residenzstadt mit ihrem imposanten Schlosse war ein kleines, verträumtes Nest, in dem das gesamte Militärkontingent des Landes in der Stärke eines ¿Leib-Regimentes¿ Infanterie sein denkbar Möglichstes tat, um etwas Leben hineinzubringen. Der Hofstaat beschränkte sich auf wenige Hofchargen; die Empfänge im Schlosse waren Ereignisse, die sich unter dem Titel von zwei oder drei Hofbällen im Winter und ebensoviel Hofgartenkonzerten im Sommer in weiser Beschränkung abspielten. Man konnte also nicht behaupten, daß der Herzog und seine Gemahlin unter der Last ihrer Pflichten hätten zusammenbrechen müssen. Friedrich XV., ein junger Mann, gähnte nochmals, daß Fafner, der Lindwurm in der Neidhöhle, ein Waisenknabe dagegen war, streckte seine langen Beine länger aus und murmelte: 'Was tun, spricht Zeus? Hm - tja! - reiten? Wenn man nur nicht immer diesen langweiligen, steifleinenen Adjutanten mitnehmen müßte! Verdirbt einem die ganze Landschaft, der Mensch - was? Schon gleich fünf Uhr? Na, da wird man erst mal bei Elisabethchen 'ne Tasse Tee pietschen und sich dabei mit der schönen Theo 'n bißchen raufen.'

H | L | P | g
220 mm | 170 mm | 10 mm | 0.275 kg

Année de publication
2022

Classification d'âge
0

Édition
Taschenbuch

Éditeur
Culturea

ISBN-10
9791041900978

ISBN-13
9791041900978

Auteur
Eufemia Von Adlersfeld-Ballestrem

Langue
Deutsch

Nombre de Pages
170

Thèmes
Deutschland, Klassische Kriminalromane und Mystery, Klassische Belletristik: allgemein und literarisch, Klassische Reiseberichte, Reiseliteratur, Klassische Science-Fiction-Literatur, Westdeutschland, BRD, bis 1990, Klassische Reiseberichte, Reiseliteratur, Klassische Lyrik und Dichtung vor dem 20. Jahrhundert, Literaturwissenschaft: Nachschlagewerke

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Eufemia Von Adlersfeld-Ballestrem

Auteur

Eufemia Von Adlersfeld-Ballestrem

Anna Eufemia Carolina Gräfin von Adlersfeld-Ballestrem (* 18. August 1854 in Ratibor; ¿ 26. April 1941 in München) war eine deutsche Schriftstellerin. Um 1900 zählte sie zu den beliebtesten deutschen Unterhaltungsschriftstellerinnen.Hervorgetreten ist sie vor allem mit Familien- und Liebesromanen, von denen viele Elemente von Schauer- und Kriminalliteratur oder von Phantastik enthalten. Adlersfeld-Ballestrem gilt als eine der bedeutendsten Marlitt-Epigoninnen. Handlungsort ihrer Arbeiten ist, anders als bei Marlitt, jedoch stets die Welt des Adels.

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