Anno 1.00.000
Deutschland in der älteren Altsteinzeit
Nackte, kleine und kräftige Frühmenschen erkundeten bereits vor rund einer Million Jahren das Mittelrheingebiet. Als Beweis hierfür gilt ein primitives Steinwerkzeug aus jener Zeit, das in einer Tongrube von Kärlich bei Koblenz entdeckt wurde. Bei dem unscheinbaren Fund handelt es sich um einen Flusskiesel aus Quarzit, an dem man mit wenigen Schlägen eine Schneidekante geschaffen hatte. Gleich mehrere aus Flusskieseln zurechtgehauene Werkzeuge barg man aus etwa 1,2 Millionen bis 600.000 Jahre alten Schichten der Mosel bei Gondorf. Die Erzeuger dieser und anderer Artefakte errichteten keine Behausungen, beherrschten nicht das Feuer, besaßen keine wirksamen Waffen, weder Kleidung noch Schmuck, keine Musikinstrumente und Kunstwerke, konnten kein H, L, R, S und Z sprechen und ließen ihre Toten achtlos liegen. Als eindrucksvollster Hinweis für die Anwesenheit von Frühmenschen in Deutschland gilt der in einer ehemaligen Schleife des Neckars von Mauer bei Heidelberg entdeckte mächtige Unterkiefer eines jungen Mannes, der vor ca. 630.000 Jahren starb. Dank der Funde aus Bilzingsleben in Thüringen ist viel über das Leben unserer Vorfahren vor rund 400.000 Jahren bekannt. Sie waren mutige Jäger, die selbst vor großen und gefährlichen Tieren nicht zurückschreckten. Auf einem Ritualplatz haben sie offenbar die Schädel verstorbener Angehöriger zertrümmert und ihr Gehirn verzehrt. Nachzulesen ist dies in dem Buch "Anno 1.000.000. Deutschland in der älteren Altsteinzeit". (lib)
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