Die Heiratspolitik der Staufer
Im Mittelalter wurden alle Ehen arrangiert, nicht nur die des Hochadels. Das bedeutet: Die Väter suchten die Ehepartner für ihre Söhne und Töchter aus. In einer legitimen Ehe wurden zwei Familien- und Verwandtschaftsverbände und Teile ihres Vermögens zusammengeführt. Zweck der Ehe war die Fortsetzung der Genealogie und die Weitergabe des Erbes. In den Eliten spielten zudem politische und soziale Gesichtspunkte eine Rolle: der Wunsch nach Statuserhöhung, Ausbau der Herrschaft, Sicherung des Friedens nach längeren militärischen Auseinandersetzungen - in diesen Fällen waren die Bräute eher Geiseln -, Anknüpfung oder Festigung internationaler diplomatischer Beziehungen, politischer Allianzen und Nicht-Angriffspakte oder auch Pflege formaler Freundschaften. Manche politischen Allianzen wurden durch Kreuzheiraten und Doppelhochzeiten mehrfach abgesichert. Einzukalkulieren war ¬freilich der ¬ökonomische Faktor in Gestalt steigender Anforderungen an die Brauteltern für die Mitgift.Auf diesem Hintergrund betrachtet Hedwig Röckelein im zweiten Band der Kleinen Reihe der Barbarossa-Stiftung einige der Heiratspläne und Eheschließungen der Staufer. Im Zentrum stehen dabei die beiden Ehen von Friedrich I. Barbarossa mit Adela von Vohburg und mit Beatrix von Burgund sowie die ehelichen Verbindungen der Kinder aus Barbarossas zweiter Ehe.
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